Zusammenfassung

Diesen Text zu schreiben, das ist mir sehr schwer gefallen, denn bei jedem Wort fielen mir weitere Aspekte ein, die den aktuellen Vertrauensmissbrauch unserer Volksvertreter noch empörender machen...

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Das Glauben als Werkzeug und Ziel menschlichen Handelns

Das Glauben

Glauben bedeutet Vertrauen haben, eine feste Zuversicht haben und eine innere Gewissheit, die keinen Beweis benötigen. Oft ist der menschliche Glaube dem Menschen nicht bewusst. Der Glaube zeigt sich nur als offensichtlich einziger Grund für ein bestimmtes menschliches Verhalten:

Wenn Menschen Glauben schenken,
dann ist ihre Wachsamkeit
im weichen Bett des Vertrauens
entschlafen.

Einige Wirtschaftswissenschaftler sehen den Glauben der Menschen und ihr Vertrauen in die wirtschaftlichen Bedingungen auch als wichtigen Faktor in ihren Wirtschaftsmodellen an. Im Widerstreit der Lehrmeinungen jedoch blieben die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Volkswirtschaft bis heute zu einem erheblichen Teil ungesichert.

Modelle der Volkswirtschaft

Fachleute, die politische Verantwortung übernehmen, sind selten. Volksökonomen sind noch seltener und sie verirren sich leider auch nur selten in die Politik. Die Politiker neigen deshalb bis heute dazu, die Volkswirtschaft mit den Augen eines Juristen, eines Sozio-Politproktologen oder einer Physikerin zu sehen. Die Volkswirtschaft ist aber keine exakte Wissenschaft, wie beispielsweise die Physik. Die Gewinnung neuer Erkenntnisse durch die Beobachtung alternativer Versuchsbedingungen ist in der Physik üblich und sinnvoll. In der Volkswirtschaft ist das unmöglich oder tödlich. Dennoch begründet unser Finanzminister Wolfgang Schäuble seine Entscheidungen dezeit genau mit dieser Strategie:

Das Wichtigste ist es, den Mut zu behalten und dann auch zu entscheiden – gegebenenfalls muss man dann aus Fehlern lernen.

Wolfgang Schäuble am 17.09.2012
in einem Interview mit dem Magazin Focus
(weiter lesen auf FOCUS Online)

 
Unsere politischen Volksvertreter haben vergessen, dass unsere heutigen Erkenntnisse in der Volkswirtschaft auf teilweise sehr einfachen Modellvorstellungen beruhen. In einigen der volkswirtschaftlichen Modelle spielt allerdings auch der Glaube der Menschen eine nicht unwichtige Rolle… – und das wusste auch schon Rosa Luxemburg ca. 1910 zu berichten in ihrer „Einführung in die Nationalökonomie“.

Politiker in der Volkswirtschaft und das Glauben

Die Modellvorstellungen unserer Wirtschaft verstehen zu lernen, genügt unseren Volksvertretern aber nicht. Deshalb vermeiden sie überwiegend diesen nicht geringen Aufwand. Dennoch reden die meisten Politiker munter mit, wenn es um Wirtschaftsfragen geht. Sie möchten dadurch selbst die Menschen etwas glauben machen:

Anerkennung gewinnt der Politiker nämlich vor allem durch Menschen, die an seine Sachkompetenz glauben, – obwohl er keine hat.

Inzwischen kann die moderne Werbung den Konsumentenglauben sehr gezielt steuern. Auch die Volksvertreter machen sich diese Techniken zu nutze, wenn das Volk zweifelsfrei und folgsam gemacht werden soll. Gezielte Öffentlichkeitsarbeit lässt die heute überwiegend freiberuflichen Pressevertreter (ab-)schreiben, was sich Politstrategen zuvor überlegt haben. Für die freiberuflichen Pressevertreter ist das immer wieder schnell verdientes Geld. Für die Gesellschaft aber wirkt dieser Mechanismus wie eine Gleichschaltung der Medien.

So wurden die Menschen glauben gemacht, die Atomkraft wäre sicher, Raucher wären asozial, die Glühbirne wäre Teufelswerk, die Abwrackprämie wäre ökologisch und der Euro wäre alternativlos.

Der menschliche Glaube wurde in der Geschichte des Menschen also schon sehr oft missbraucht. Auch der zweite Weltkrieg war das Ergebnis der Bemühungen von Menschen, die überwiegend guten Glaubens waren. Auch Hitler selbst können wir das nicht gänzlich absprechen. Wir sind also gewarnt vor den Folgen allzu großer Gutgläubigkeit, wenn uns in diesen Tagen die Wirkung des Glaubens in völlig neuem Licht vor Augen geführt wird:

Das Glauben in der Wirtschafts- und Systemkrise

Das Glauben an Geld

Der kirchlich geprägte Glaube war immer eine mächtige Kraft, wenn es um die soziale und kulturelle Entwicklung der Menschheit ging, und er hatte insofern auch einen großen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der Menschenwelt. Nun aber bringt uns die aktuelle Wirtschafts- und Systemkrise(**) einen völlig neuen Glauben ins Bewusstsein, einen Glauben, der sich schleichend und selbsttätig entwickelte, der genauso schleichend zunehmend gefördert, manipuliert und skrupellos ausgenutzt wurde und der inzwischen einen erschreckend großen Einfluss in der Menschenwelt erhalten hat.

Erst in den Zeiten der aktuellen Wirtschafts- und Systemkrise entdecken wir plötzlich, das das zentrale Medium in unserem aktuellen Wirtschaftsgeschehen, das Geld, ebenfalls vollständig vom Glauben und Vertrauen der Menschen abhängig ist.

Der Wert des Geldes hat in unseren Tagen keine angemessene materielle Entsprechung mehr. Der Glaube an den gottlosesten Orten der Welt, der Glaube in den Börsen und in den Investmentabteilungen der Banken entscheidet jeden Tag neu über den Geldwert.

Das Glauben in den Börsen

Weil die Macht des eigenen Glaubens ganz schön erschreckend sein kann, wurden die Geldhändler mit Computern ausgestattet, die das Vertrauen mathematisch begründen und nachträglich legitimieren sollten. Inzwischen glauben die Menschen weniger an den Gegenwert des Geldes als an die Prognosen der Computer. Das Verhältnis von Steuerung und Werkzeug hat sich heutzutage verkehrt: Der Mensch wird von der Maschine gesteuert. Diese Maschinen bewegen und bewerten heute jeden Tag mit einigen wenigen Menschen weltweit dreikommafünf bis vier billionen US-Dollar Geldwerte in Form von Devisen. Von diesen Transaktionen sind durchschnittlich nur drei Prozent durch den Handel mit Waren begründet – und damit konkret materiell gedeckt.

Der Devisenmarkt ist mit Abstand der umsatzstärkste und größte Markt der Menschenwelt.

Hier wird Geld durch Geld verdient.

 

Die Geldmenge

„Und woher kommt das ganze Geld“, werde ich an dieser Stelle immer wieder gefragt. Es hat sich vor allem durch Buchungstricks der Geschäftsbanken, durch Zinseszins auf Schulden und durch Devisenhandel gebildet. Seine Existenz alleine ist bereits ein Indiz dafür, dass etwas grundsätzliches nicht stimmen kann in diesem System.

Dieses viele Geld wird Buchgeld genannt und es ist zum Spielgeld der Börsianer und Finanzstrategen geworden. Durch einen Fehler im System wachsen die Zahlen des Buchgeldes stetig und immer schneller an, ohne einen realen Gegenwert. Dieses Buchgeld hat eigentlich mit dem realen Wirtschaftsleben, mit Gütern und mit realen Leistungen, überhaupt nichts (mehr) zu tun. Das wäre eigentlich auch gar kein Problem, wenn es nicht durch einen weiteren Systemfehler nachträglich wieder mit der Realwirtschaft verknüpft würde (Refinanzierung von Risikoinvestments durch Einlagen).

Rothschild 1863

Die Zusammenhänge werden von den Spezialisten gerne komplizierter erläutert, als sie tatsächlich sind. Das liegt zum einen daran, dass viele Spezialisten gar keine Spezialisten sind und es selbst nicht besser wissen. Zum anderen spielen Vermutungen eine Rolle, deren Interpretation einem Glaubensbekenntnis gleich kommt. Der wahrscheinlich wichtigste Grund aber ist die Tatsache, dass viele Spezialisten den Ast absägen würden, auf dem sie selbst sitzen, wenn sie die tatsächlichen Zusammenhänge öffentlich bekannt machen würden.

Die Wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, dass aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, dass das System ihren Interessen feindlich ist.

Anselm Salomon von Rothschild, 1863

 

Die große Masse der Menschen wird im guten Glauben verarmen.

 

 
Sollten Sie an den Inhalten meiner Ausführungen zweifeln, dann schauen sie sich zur Einführung „Fabian“ an, einen Film, der den Untertitel trägt „Gib mir die Welt plus fünf Prozent“. Dieser Film erläutert die Entstehung des Geldes und des Buchgeldes sehr anschaulich, allgemeinverständlich und unterhaltsam (ca. 55 Minuten):

Die anspruchsvolle Vertiefung des ersten Films liefert dieser kurzweilige Vortrag von Andreas Clauss (ca. 122 unterhaltsame Minuten):

Die wertmäßige Entwicklung des Börsen- und Devisenhandels steigt seit dem Ende der Goldbindung des US-Dollars im August 1971 stetig an. Ein Mathematiker, der die realen Zahlen als normalisierte Kurve sieht, der erkennt sofort, dass es sich bei dieser Kurve um die Darstellung einer Exponentialfunktion handelt. Das bedeutet, dass das Ende dieser Wachstumskurve mit stetig zunehmender Geschwindigkeit erreicht werden wird.

Da aber am Ende der exponentiellen Umsatz- und Wachstumskurve ein unendliches Wachstum mit Null Zeitaufwand dargestellt würde und dieses völlig unrealistisch ist, wird zuvor etwas anderes und sehr einschneidendes geschehen.

‚Zuvor‘ ist jetzt!

REALE DAX Tagesabschlüsse

Einigen Finanzjongleuren ist das aufgefallen. Sie fanden aber einen Weg, dieses offensichtliche Problem des Systems geschickt hinter einer logarithmischen Darstellung der Zahlen zu verstecken.

DAX Tagesabschlüsse (logarithmisch)

So provozierten die Finanzjongleure eine Fehleinschätzung nach der anderen und in der Folge viele Fehlentscheidungen. Die handelnden Volksvertreter hätten besser die Analysis studiert und John Maynard Keynes, statt Punkte in der Politologie und Juristerei durch Anpassung zu sammeln. Die Zahl und die Wirkung der Folgefehler wären erheblich geringer geblieben, als wir sie heute beobachten und erleben müssen.

Das Geldsystem, wie es im Mittelalter gewachsen ist und bis heute angewendet wird, wurde schon den Aufgaben des zwanzigsten Jahrhunderts nicht mehr gerecht, denn es führte zu einer stetigen Verarmung des größten Teils der Weltbevölkerung. Es bemerkten aber nur wenige, dass dieses schlimme Ergebnis die Folge eines fatalen Systemfehlers ist.

Den Aufgaben des einundzwanzigsten Jahrhunderts aber wird dieses Geldsystem schon gar nicht gerecht werden können.

Schon in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts brachte es Henry Ford, der Gründer der Ford Automobilwerke auf den Punkt:

Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.

Henry Ford (1863-1947)

 

Wir müssen deshalb schnellstens Umdenken lernen.

Es ist Zeit, die Fehler im System beim Namen zu nennen. Und dabei sollten wir uns Einsteins Erkenntnis zu eigen machen …

„Wir können keine Probleme lösen mit dem selben Denken, das wir nutzten als wir die Probleme schufen.“

Wir müssen einen Weg finden, um uns die Welt zurück zu holen, – ohne fünf Prozent dafür zu zahlen.

Glauben Sie nicht Ihren Volksvertretern und Ihren Bankstern, die ihnen weiß machen wollen, das wäre nicht möglich. Diese Berater wissen es nicht besser oder gehören zu den Gewinnern des Systems. Glauben Sie daran, dass eine Veränderung möglich und zu Gunsten aller Menschen möglich ist.

Machen Sie mit! – Organisieren Sie sich jetzt.
Üben Sie „Wir sind das Volk 3.0“.

 

 
 
(**) Sie suchen konkrete begründete Handlungsansätze? Dieser Aufsatz könnte Ihnen helfen, sie zu finden:
Das systematische in dieser Systemkrise erläutert anschaulich und verständlich der Aufsatz http://www.anderweltonline.com/wirtschaft/wirtschaft-2013/die-verschwiegenen-ursachen-der-jahrhundertkrise/, den ich hiermit wärmstens empfehlen möchte. Unter Kenntnis der historisch nachweisbaren Zusammenhänge, die dieser Aufsatz sammelt, ist es noch weniger verständlich, dass unsere Kanzlerin, Frau Merkel, auch im Jahr 2014 weiterhin bedingungslos zu den USA hält … – Nach Kenntnis der Fakten in diesem Aufsatz ist es auch unverständlich, dass WIR noch immer den Ausverkauf unserer Infrastruktur gegen ungedeckte US-Dollar-Schecks zulassen …[zurück]

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Weiter lesen

In diesem Zusammenhang könnten Sie auch die folgende(n) Internetseite(n) interessieren:

http://www.youtube.com/watch?v=1mxjmwItjQE Der Deutschlandfunk berichtet im April 2012 in einem Dossier über den aktuellen "ökonomischen Putsch": Gezielte Spekulationsattacken auf ganze Volkswirtschaften, unantastbare Finanzagenturen, die Regierungen in die Knie zwingen, und ohnmächtige Politiker, die gebetsmühlenartig wiederholen, es gäbe keine Alternative: Europa befindet sich im Wirtschaftskrieg gegen die eigene Bevölkerung... (bei YouTube hören und/oder hier lesen: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dossier/1701931/)

http://geldmitsystem.org/ hier werden Alternativen zum aktuellen Geldsystem erläutert und diskutiert; - Interessant auch die Empfehlungen an die Politik.

http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/tid-26423/aufstand-gegen-die-kanzlerin-oekonomen-rufen-zum-protest-gegen-eu-politik-merkels-auf_aid_777721.html Aufstand gegen die Kanzlerin: Ökonomen rufen zum Protest gegen EU-Politik Merkels auf - weiter lesen auf FOCUS Online...

http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Reden/2012/2012_09_18_weidmann_begruessungsrede.html Der Bundesbank-Präsident Dr. Jens Weidmann erklärt am 18.09.2012 in seiner Begrüßungsrede zum 18. Kolloquiums des Instituts für bankhistorische Forschung: "Heutiges Geld ist durch keinerlei Sachwerte mehr gedeckt. Banknoten sind bedrucktes Papier - die Kenner unter Ihnen wissen, dass es sich im Fall des Euros eigentlich um Baumwolle handelt."

http://de.wikipedia.org/wiki/Kaufkraftparität Hier finden Sie ein paar erschreckende Zahlen und eine sehr gelungene kurze Erläuterung.

http://buendnis-buergerwille.de Viele Institutionen und prominente Personen haben sich auf dieser Seite zu Wort gemeldet und organisieren sich zum "Bündnis Bürgerwille" ...

http://verfassungsbeschwerde.eu Hier erfahren Sie mehr über die aktuell laufende Verfassungsbeschwerde gegen den Euro-Rettungsschirm (ESM) und Fiskalvertrag

http://www.msnbc.msn.com/id/21134540/vp/44036029#44050320 Alan Greenspan bringt es am 08.07.2011 in einem Interview auf die einfache Formel "WE CAN ALWAYS PRINT MORE MONEY".

http://glotzbox.de/demokratie/2012/der-helle-eu-wahnsinn-1103/ Ein weiteres nur wenig älteres Beispiel der EU-Qualitäten hätte uns warnen können...

http://glotzbox.de/demokratie/2012/bedenklicher-16-juni-vor-dem-esm-1089/ ... ist ein Text in der Glotzbox, der meine Zählweise von "Wir sind das Volk" erläutert.

http://brf.be/nachrichten/regional/574077/ Das Belgische Fernsehen berichtet über eine Anhörung im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft, wo der Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck, ein hochkarätiker Denker und Volkswirt, über die grundlegenden Probleme des Fiskalpaktes berichtet. Zwei kurze Filmberichte, die sehr interessant sind ... - Die Folgen der aktuellen (deutschen) Wirtschaftspolitik sind Industriebetriebe, die zu Banken werden und auf dem Geld sitzen, während der Bürger kein Geld ausgeben kann...