Zusammenfassung

Glaubwürdigkeit und Authentizität, Bescheidenheit und Bürgerlichkeit, - das sind die Schlagworte, die sich die so genannten jungen Vollblutpolitiker unserer Tage gerne an das Revers heften. Hier betrachten wir einen Lebenslauf genauer, der ein trauriges Beispiel für diesen Menschenschlag liefert ...

Schlagworte

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Ein glaubwürdiger Vollblutpolitiker unserer Tage hat als bürgerliche Alternative ein glänzendes Erscheinungsbild und seinen sicheren Weg an die Macht.

 

Vita

  • Sieben Jahre Studium der Politikwissenschaft mit den Nebenfächern öffentliches Recht und Philosophie;
  • Erst Zivildienst – nach eigenen Angaben nicht aus Gewissens- sondern aus wirtschaftlichen Gründen den Dienst an der Waffe verweigert, dann „ehrenhalber“ zum Reserveoffizier ernannt;
  • Zwei mal Zwei Jahre freiberuflicher Unternehmensberater eines dubiosen eigenen Unternehmens ohne nennenswerte Geschäftstätigkeit;
  • Erstes hohes Parteiamt;
  • Gründung und Geschäftsführer einer Firma mit erheblichem KfW-Kapital;
  • Nach einem Jahr Verlassen der neuen Firma;
  • Die Firma geht wenige Monate danach in Insolvenz;
  • Die Steuergelder des KfW-Kapitals gehen mit der Firma vollständig unter bzw. sind als Gehälter abgeflossen;
  • Sechs Jahre nach seinem Abitur ist der glücklose Unternehmer wirtschaftlich auf der Höhe, studiert noch ein wenig rum und konzentriert sich ganz auf seine politische Karriere;
  • Vierzehn Jahre nach dem Abitur hat er seinen Lebensinhalt gefunden, ist Spitzenkandidat einer politischen Partei in einer Landtagswahl und feiert in dieser Rolle außergewöhnliche Erfolge;

„Prinzipientreue, Bescheidenheit im Auftreten und die Positionierung als letzte bürgerliche Alternative“ hält er selbst für seine ausschlaggebenden Tugenden, die ihn wählbar machen und karrierefördernd sind.

Seine Freunde meinen, er wäre „der Repräsentant des neuen Denkens einer neuen Politikergeneration“.

Comedy und Lustspiel im Parlament.

Wenn die politische Satire die Realität einer Gesellschaft nicht mehr kabarettistisch parodieren und übertreiben kann, dann findet diese Gesellschaft alle Anzeichen ihrer Auflösung im Parlament und das öffentliche herzliche Lachen weicht bitterer Ironie und Betroffenheit.

Armes Deutschland.
 

Anmerkung:
Alle Zitate und die Daten der Vita sind dem wahren Leben dieser Tage entsprungen und von Carlo nur gesammelt worden.

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