Zusammenfassung

Ich entdecke seit Jahren überall blinden Wissenschaftsglauben, manipulative Sprachvorschriften und einseitige Berichterstattung und ich sehe überall im selben Maße die Armut wachsen wie das Unwissen. In Zeiten des Virus sind diese Eigenschaften unserer Gesellschaft die größte Gefahr für ihren Bestand und ihre Entwicklung. Wir brauchen die vielfältige öffentliche Auseinandersetzung in diesen Tagen mehr denn je...

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Die Kollateralschäden bleiben unbemerkt

Demokratie muss Vielstimmigkeit ertragen können ohne Ausgrenzung zu betreiben. – Mehr noch in einem Wahljahr!

Ich frage nicht, welches Modell die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten von der Welt haben, wenn sie ausschließlich die Zahlen der Krankheit veröffentlichen, als wäre jeder Corona-Infizierte eine Bedrohung des menschlichen Kollektivs und als wäre jeder Mensch, der zufällig mit Corona stirbt, zu retten gewesen. Ich frage auch nicht nach dem Denkmodell unserer aktuellen Regierungstäter, die jeden Toten als einen Toten zu viel bezeichnen und zugleich kein Wort darüber verlieren, welche Kollateralschäden wir heimlich und unbewusst in Kauf zu nehmen haben. Ich frage nicht nach dem Denkmodell unserer Regierungstäter, die es sich selbst und allen anderen sogar verbieten wollen, auch in dieser Weise einmal über die aktuelle Lage und die aktuellen Maßnahmen nachzudenken. Ich halte die Verurteilung jeder kritischen Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation für verantwortungslos, kontraproduktiv und gefährlich, aber hier und heute frage ich bewußt nicht nach den Denk- und Weltmodellen der Menschen und der Institutionen, die soetwas praktizieren, denn ich will sie nicht bewerten, ich kann sie nicht bewerten, hier und heute. Diese Verhaltensweisen haben ihre Herkunft, ihre Tradition und ihre Ziele schon länger, als das Virus den Menschen gefunden hat. – Das alles ist aber völlig bedeutungslos, wenn der Bürger sich darüber bewusst wird. Bewusstsein ändert die Lage schlagartig. Bewusstsein ändert die Lage des deutschen Opferkollektivs und die Lage eines jeden vereinzelten Bürgers gleichermaßen.

Vielleicht ist genau das unsere Chance in den Tagen unserer Pandemie?! Vielleicht gibt uns unsere Pandemie die Chance, um das Bewusstsein zu erlangen von unserer eigenen Verantwortung. Vielleicht ist das die große historische Chance, um die selbst gewählte Unfreiheit zu überwinden und die Aufklärung zu vollenden, so ganz im Sinne von Immanuel Kant und Moses Mendelssohn.

Ich entdecke seit Jahren blinden Wissenschaftsglauben, manipulative Sprachvorschriften und einseitige Berichterstattung, wohin mein Blick sich auch wendet, und ich sehe überall im selben Maße die Armut wachsen wie die Unwissenheit.

Ich sehe dabei trotz höchster Not kein Versagen des menschlichen Kollektivs, sehr wohl aber sehe ich ein umfassendes Versagen der politischen und wissenschaftlichen Institutionen. Ich sehe, wie sich die Menschen die Vernunft und die Eigenverantwortung abgewöhnen lassen, angeblich um der Gesundheit willen, und es erschreckt mich, zugleich sehen zu müssen, wie uninformiert das Denken in der Informationsgesellschaft des einundzwanzigsten Jahrhunderts ist.

In dieser Situation schätze ich die Initiative der Menschen, die z.B. als Künstler in besonderer Weise die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Medien genießen und die sich jetzt positionieren und öffentlich eine Stellung beziehen, die uns alle zur Diskussion anregt und auffordert, es ihnen gleich zu tun: aktiv Stellung beziehen und Haltung zeigen, das heißt, die Opferrolle zu überwinden, die uns durch das Virus und durch die Kriegsberichterstatter in den letzten Monaten aufgezwungen wurde. Diese neue Haltung, die jeder einzelne von uns gewinnen kann (und irgendwann gewinnen müssen wird), wird die Menschen zusammen führen und gemeinsam zu neuer Erkenntnis tragen. Dieser Prozess ist für jeden Einzelnen aber auch für die Entwicklung der Gesellschaft insgesamt wichtig, um als Schicksalsgemeinschaft aus dieser Pandemie gestärkt heraus zu gehen und vorbereitet für die Aufgaben, die sich danach zeigen werden.

Ich bedaure es sehr, dass auch hier einmal wieder die Nazi-Anti-Nazi-Keule Wirkung zeigte und die Achtet-die-Toten-Keule und dass diese Keulen die Öffentlichkeit vereinnahmten, anstatt die konstruktive Diskussion zu entwickeln, die hätte entstehen können. Demokratie muss Vielstimmigkeit ertragen können ohne Ausgrenzung zu betreiben. Genau das brauchen wir heute mehr als je zuvor, heute, in einer Zeit, in der die sozialen Kontakte reduziert sind, die sonst das natürliche Gegengewicht im privaten Umfeld sind, das Gegengewicht zu dem Informationsgeschehen in der Öffentlichkeit.

Wer in der Pandemie öffentlich Stellung bezieht und Haltung zeigt, der übernimmt in besonderer Weise Verantwortung und das ist gut so, völlig unabhängig davon, welche Haltung das ist. Dabei brauchen wir „die Querdenker“, wenigstens als Kristallisierungspunkt, ebenso sehr, wie die ewigen Ja-Sager, die in vorauseilendem Gehorsam die Statistiken frisieren. Zwischen solchen Extremen entwickelt sich Demokratie, lebt Demokratie und verändert sich im politischen Disput zwischen den Polen.

Ich begrüße deshalb die „Aktion #allesdichtmachen.de“ und wünsche mir ganz viel mehr davon. Solche Aktionen stärken meine Hoffnung, dass der Gewalt von oben ein Bewusstsein von unten entgegen wächst und dass dadurch ein gesellschaftliches Klima entsteht, in dem eine wirkliche Erneuerung der gesellschaftlichen Selbstorganisation möglich wird, eine Erneuerung, die dem Staat von Oben ein Gegengewicht „von unten“ entgegenstellt, der Zentralisierung die Peripherie und der Globalisierung die Region und die Gemeinde.
Danke! Ich danke Jan Josef Liefers, Felix Klare, Hanns Zischler, Tina Maria Aigner, Nadine Dubois, Jörg Bundschuh, Ulrich Tukur, Thorsten Merten, Kathrin Osterode, Miriam Stein, Roland Düringer, Nina Proll, Gianna Valentina Bauer, Vicky Krieps, Nadja Uhl, Claudia Rippe, Dietrich Brüggemann, Maxim Mehmet, Heike Makatsch, Richy Müller, Meret Becker, Ulrike Folkerts, Alexandra Marinescu, Christine Sommer, Jose Barros, Ken Duken, Kostja Ullmann, Martin Brambach, Ulrich Beinert, Ramin Yazdani, Jeana Paraschiva, Bernd Gnann, Nina Gummich, Volker Bruch, Christian Ehrich für ihre mutigen Beiträge mit dem Hashtag #AllesDichtMachen!

Diese Aktion war eine wichtige bewusstseinsbildende Maßnahme in Zeiten des Virus und der Kriegsberichterstattung und es ist schade, dass diese Aktion von den ewig gleichen Grabenkriegern missbraucht und vereinnahmt wurde, um die öffentliche Diskussion einseitig zu beeinflussen und zu ersticken.

 

Übrigens (an den Besitzer der Homepage „allesdichtmachen.de“):
Wer mit Hashtags wie „#FCKNZS“ arbeitet, hat nicht begriffen, wie demokratischer Diskurs funktioniert. In meinen Augen disqualifiziert er sich durch die Verwendung dieses Hashtags selbst genau so, wie es sein Ziel war, andere zu disqualifizieren. – Das ist gefährlich, denn es macht Dialog unmöglich. Nur wer seinen Gegner kennt, kann ihn wirkungsvoll bekämpfen. Nur wer seinen Gegner achtet, der kann ihn kennen lernen. Hashtags sind das Werkzeug der Demagogen und das Gift der Demokratie, die den ernsthaften Diskurs braucht, um zu überleben, den ernsthaften Dialog und das stetige Bemühen um Verständnis.

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