Zusammenfassung

Voller Energie, unbelastet, wie ein neugeborenes Kind, lenkt kein Gedanke seine Schritte ...

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Plötzlich findet er sich morgens im herbstlichen Nebel auf einer Straße wieder, die ihm völlig fremd erscheint. Nur der Weg, der ihn zwingend hierher führte, gibt dem Augenblick einen Sinn. Tausend Schritte und ebenso viele Richtungswechsel haben ihn auf wirren Pfaden an diesem Morgen auf diese Straße geführt.

Er hat das Gefühl, dass hier und in diesem Augenblick etwas endet und zugleich etwas neues beginnt. Er weißt nicht was es ist, weder vom einen noch vom anderen. Er fühlt nur, dass es so ist.

Einen glücklichen Moment lang fühlt er sich frei, so frei, wie ein Vogel ihm oft erschienen war. Einen glücklichen Moment lang fühlt er sich befreit von allem Vergangenen und von allem Verlangen und das Unbekannte, das noch im Nebel des Morgens auf ihn wartet, ängstigt ihn nicht. Er kennt den Sinn noch nicht, den Grund, der ihn diesen langen Weg bis auf diese Straße führte. Aber er fühlt, dass es ihn gibt: Alles wird irgendwann sinnvoll sein.

Seine Vergangenheit gibt sich mit seiner Zukunft ein Stelldichein und in diesem besonderen Augenblick ist es ihm bewusst. Es ist ein Augenblick der Entspannung zwischen zwei Lebensabschnitten! – Er kann tief durchatmen, die feuchte kalte Morgenluft in sich aufsaugen und mit jedem Atemzug fällt die Last der letzten Jahre von ihm ab.

Durch den Nebel hindurch kündigt sich ein sonniger Herbsttag an. Aber wäre dieser Morgen verregnet, würde es nichts an seinem Gefühl ändern. Ohne Angst und ohne jede Erwartung sieht er diesem Tag entgegen und er weiß: Dieser Tag wird ihn seiner Bestimmung näher bringen.

Voller Energie, unbelastet, wie ein neugeborenes Kind, lenkt kein Gedanke seine Schritte. Sie finden wie von selbst ihren Weg auf dem Gehsteig und über den Bordstein auf die Straße vor den Lastwagen, der nicht mehr bremsen kann.

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