Zusammenfassung

Sie dachten, mit der Energiewende wäre das Thema Atomkraftwerke und Atomstrom endgültig vom Tisch? Sie haben die Lobbyisten in der Politik vergessen.

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AKW-Ampel

Prolog

Die Energiewende kommt ins Stocken. Die Kostenvorhersagen steigen ständig und bedrohen angeblich nicht nur die Versorgung großer Teile der Bevölkerung, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Die Medien tanzen gemeinsam mit den Energie-Lobbyisten vor dem Scheiterhaufen für die Wendekonzepte und schüren in der Bevölkerung die Angst und die Unsicherheit. Die Opposition hat es ja schon immer gesagt, dass es so nicht geht, und will ein kommerzielles Konsortium mit der Aufgabe betrauen…

In Zeiten gigantischer Rettungsschirme für Banken darf im krisengeprüften Deutschland endlich auch wieder laut über den Sinn und die Machbarkeit der Energiewende nachgedacht werden. – Ich mache mit.

Die Mär von der Ampel und dem Bauch

(oder: Das Regellichtzeichen in der Energiewende)

Stell dir vor, alle Menschen hätten ein Auto und im ganzen Land stünden alle Ampeln auf rot.

Wie würden wir uns wohl in einer solchen Situation verhalten?

Wir würden wahrscheinlich alle sehr bald lernen, Ampeln zu ignorieren. Wir würden uns an unseren gesunden Menschenverstand erinnern und der dem Menschen eigenen Vernunft folgend nur unerheblich mehr Unfälle bauen. Vielleicht würden wir sogar vorsichtiger werden, mehr Zeit für unsere Wege einplanen und seltener große Entfernungen bewältigen wollen. Und vielleicht gäbe es deshalb auch weniger Unfälle, der Benzinverbrauch würde sinken und die Luft in den Städten wäre sauberer.

Der Mensch hat also die Fähigkeit, offensichtlich fehlerhafte Regeln zu erkennen und sich darüber hinweg zu setzen.

Wann aber endet seine Hoffnung, ein grünes Ampellicht zu finden? Wann erkennt er die Regel der Regellosigkeit und traut überhaupt keiner Ampel mehr? Wann verlangt er, alle Ampeln abzustellen, weil sie offensichtlich nur fehlerhafte Informationen liefern?

Eine Gesellschaft, die Atomkraft als Lösung für irgendeines unserer aktuellen Probleme betrachtet, hat noch nicht erkannt, das in diesem Zusammenhang von der ersten Stunde an, in der die Diskussion begann, schon alle Ampeln auf rot standen.

Staatliche Fehlinformationen, von Lobbyisten gelenkt, haben die Diskussion unverändert über 60 Jahre transportiert, als hätte jeden Tag in der Zeitung gestanden, ‚liebe Leute, vertraut uns und wartet vor jeder Ampel: eines Tages wird sie grün werden‘.

Der industrielle Wettbewerb der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts war von dem Konflikt zwischen West und Ost geprägt. Atomkraftwerke versprachen in dieser Situation kurzfristig einen wirtschaftlichen Vorteil, der auch einen militärischen erwarten lies. Darum erfanden die maßgeblichen Menschen jener Zeit ganz viele Argumente, die die Investitionen in Atomkraft sinnvoll und wirtschaftlich erscheinen lassen sollten. Aus der subjektiven Bedrohungssituation jener Tage heraus gesehen ist das nachvollziehbar und verständlich. Die vielen ungelösten Fragen und deshalb unbekannten Kosten wurden in jenen Tagen bewusst ignoriert und die Lösung der Fragen und die Bezahlung der Kosten wurde (teilweise) bewusst auf spätere Generationen vertagt. Die Bevölkerung wurde bewusst belogen, denn es galt einen kalten Krieg zu gewinnen.

Heute aber bedienen wir uns noch immer am bunten Korb der inzwischen bewiesen fadenscheinigen Argumente jener Tage, um erneut ein akutes Problem auf spätere Generationen zu vertagen. Jetzt aber im vollen Bewusstsein der Risiken und Kosten.

Warten wir noch immer auf die grüne Ampel?

Die Energiekonzerne haben über Jahrzehnte hinweg Minimalinvestitionen mit Gewinnmaximierung gekoppelt. Diese Geschäftspraxis war vor allem für den Börsenwert der Unternehmen, für ihre Aktien und Anleger gut. Für die Menschen in diesem Land aber war dieses allzu kaufmännische Verhalten, das von der Politik geduldet und sogar unterstützt wurde, ein Fiasko. Die deutsche Nation und jeder deutsche Mensch wurden von den Energiekonzernen erpresst, die Energiezeche mindestens zwei Mal zu bezahlen: durch Subventionen aus ständig steigenden Steuern und durch ständig steigende Strompreise. Wer die Steuern oder den Strom aber nicht zahlen konnte, der wurde ins Unglück gestoßen, nicht selten für den Rest seines Lebens, kaum anders, als im Mittelalter.

Die fehlenden Investitionen der letzten Jahrzehnte sollen nun nachgeholt werden und erneut – und nun zum dritten Mal – soll der Bürger für die unausweichlichen Kosten zur Kasse gebeten werden. Ein Volk soll ausgeplündert werden und seine Volksvertreter haben keinen angemessenen Beitrag, um das zu verhindern, weil ihre sachkundigen Berater Lobbyisten der Energiewirtschaft sind.

Ein großer Teil unserer Regelsysteme funktioniert offensichtlich nicht mehr, – und das nicht nur im Zusammenhang mit Energieversorgungsfragen.

Wo aber ist die Vernunft des gesunden Menschenverstandes, der die Gefahr eines ständig nur sich selbst reproduzierenden Regelsystems erkennt und sich über die Regeln hinweg setzt, wie über eine ständig rote Ampel?

Wir müssen aufhören in das Wertesystem unserer Großväter zu investieren. Dann sind genügend Ressourcen vorhanden, um neue und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, ohne Anleihen bei den nächsten Generationen zu nehmen.

Genau so, wie gerade die Energiewende öffentlich in Zweifel gezogen wird, muss es möglich sein, über die Gewinne der Energiekonzerne in den letzten vierzig Jahren nachzudenken und über eine Verstaatlichung elementarer Infrastruktur, bevor die ersten Menschen verhungern und erfrieren, weil Energie als gewinnbringendes Investitionsgut für die meisten Bürger unerschwinglich geworden ist.

Die Energieversorgung der deutschen Nation
darf nicht länger ein Spekulationsobjekt
für einige wenige Bankster sein.

„Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat“, lesen wir im Grundgesetz. Die Aufgabe dieses Staates ist nicht die Gewinnmaximierung für einige wenige Bürger zu sichern, sondern angemessene Lebensbedingungen für den Großteil der Bevölkerung.

Vernunft ist nicht nur ein Wort aus der Philosophie. Die menschliche Vernunft ist ein pragmatisches Gefühl in der Bauchgegend, das uns die ständig rote Ampel überwinden lässt, gegen alle bekannten Regeln.

Nutzen wir es! – Jetzt!

Dieser Text wurde in seiner Grundanlage notiert zum TV-Bericht über die Kosten von Atomstrom von Frontal21 (ZDF) am 29./30.07.2008, bevor die Energiewende beschlossen wurde.
HAZ-Notiz: Die Regierung Merkel fährt mit voller Absicht die Energiewende gegen die Wand...

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http://youtu.be/ZPe4NNCWrO4 Frontal 21 (ZDF 29.07.2008, auf YouTube): "Die Lüge vom billigen Atomstrom" wurde auch gerne von Frau Merkel erzählt ... sind Sie sicher, dass Frau Merkel tatsächlich die Energiewende will? Oder ist sie vielleicht doch recht froh, dass das Projekt "Atomausstieg" ins Stocken gerät?

http://glotzbox.de/demokratie/2012/ministerirrtum-817/ Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch den Glotzbox-Beitrag "Ministerirrtum" (Norbert Röttgen) ...

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